- Startpunkt der Tour -

Nachdem wir um 7:00 früh aufgestanden sind ging es nach dem Frühstück daran, den Anhänger mit den am abend vorher gepackten Kanutonnen zu beladen, Kanus aufzuladen und Paddel herauszusuchen. Um kurz vor 12 waren wir dann soweit und sind mit einem vollgepackten Landrover, einem genauso vollgepackten Bully und einem Anhänger mit den Kanus losgefahren. Der Campingplatz
Der Campingplatz

Die Fahrt führte uns beim Ort Föllinge zum letzten mal vor der Tour an einer Einkaufsgelegenheit vorbei. An diesen Ort gelangt man auch während der Tour, es ist dort dann die erste Einkaufsmöglichkeit (und zwar nach 3,5 Tagen). Mit normalen Lebensmitteln sollte man aber trotzdem schon vorher eingedeckt sein, es ist hier lediglich die letze Möglichkeit, sich nochmal etwas zu gönnen, bevor es in die Wildniss geht.

Auf der Fahrt hat uns der Kanuvermieter, der zusammen mit seinen Söhnen den Campingplatz und den Verleih betreibt, mit Geschichten über Schweden und von vorangegangenen Touren gut unterhalten und somit die knapp 1,5 Stunden Fahrt gut überbrückt. Am Ziel angekommen hiess es dann Ausrüstung zum Wasser tragen und Kanu einladen. währenddessen gab es immer wieder einige Tips und Warnungen vom Kanuverleiher (nur am Ufer fahren, den Wasserfall rechtzeitig umtragen...), und um 15:00 waren wir dann abfahrbereit.

Transport des Gepäcks
Transport des Gepäcks
Der Ausgangspunkt
Der Ausgangspunkt

An diesem früh begonnenen Tag haben wir noch 2 Stunden mit Rückenwind gepaddelt und dann unseren ersten Nachtplatz aufgesucht.

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- Nachtplatz 1 -

Der erste Nachtplatz lag in einer kleinen Bucht mit flachem Steinufer. Dahinter liess sich auf einer Waldlichtung das Zelt aufbauen und abends konnte man sich für eine der vielen Feuerstellen entscheiden, um ein Lagerfeuer zu entfachen. Holz gab es auf der Landzunge zu genüge. Die Bucht
Die Bucht

Am folgenden Morgen war es noch immer recht windig, wir haben uns entschieden uns aus Hölzern und einer 6 m² Plane ein Segel zu basteln. Die Hölzer zu einem Kreuz zusammengebunden, die Plane oben festgesteckt und an den Seiten fixiert und das ganze mit Spanngurten an den Bug des Kanus gebunden. Der Vordermann hat das Segel hochgehalten und der Hintermann brauchte nur noch das Ruder ins Wasser zu halten, um zu lenken. In dieser Montour sind wir dank des starken direkt von hinten kommenden Windes fast den ganzen Tag gesegelt und waren schneller, als man mit mit dem Kanu und Muskelkraft je vorankommen könnte. Allerdings war gegen Ende des Tages der Wellengang recht grenzwertig, was nicht so schlimm ist, wenn die Wellen von hinten kommen, da man sich mit ihnen bewegt. Die letzten 2 km mussten wir dann allerdings mit Seitenwind fahren und haben die ein oder andere Welle unvermeidlich ins Kanu bekommen.

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- Nachtplatz 2 -

Am zweiten Nachtplatz haben wir auf der dem Wind zugewandten Seite unser Zelt aufgestellt. Von dort hat man einen herrlichen Blick über das Wasser in Richtung der untergehende Sonne gehabt.

Blick aus dem Zelt
Blick aus dem Zelt
Beim Einpacken
Beim Einpacken
Abendsonne
Abendsonne

Am nächsten Morgen war dann so gutes Wetter, dass wir uns zum Baden in den Hotagen getraut haben. Von dem Nachtplatz haben wir es dann in 2 Stunden und 10 Minuten zum Ende des Hotagen geschafft. Auch an diesem Tag haben sich in der letzten halben Stunde des Abschnittes wieder grenzwertige Wellen auf dem Hotagen gebildet. Somit wurde das Anlanden bei sich brechenden Wellen zu einem kleinen Manöver, mit dessen Abschluss wir an der ersten Portage angelangt waren.

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- Erste Portage -

Die erste Portage (ca. 200 m) überbrückt die Staumauer zwischen Hotagen und Hårkan. Diese 200 m ziehen sich aber in die Länge, da der Weg für ein bepacktes Kanu mit Kanuwagen nicht gut geeignet ist. Wurzeln und unumgehbare Höhenunterschiede zwischen rechter und linker Spur des Kanuwagens sowie schlammige Wege machen das Leben schwer. Uns ist das Kanu einmal sogar umgekippt. Von dem Gedanken gleich die nächste Portage mitzumachen (nach 800 m Fluss kommt die Wasserfallportage) sind wir so schnell wieder abgekommen. Offroad
Offroad

Zum Einsetzen das Kanus muss man es zunächst im Flachwasser zu Fuss zwischen den Steinen durchmanövrieren und es dabei immer wieder anheben. Und selbst die Fahrrinne ist nicht allzu tief, sodas immer wieder Steine im Weg sind, denen man mangels Alternativrouten nur schlecht ausweichen kann. Aufsetzen, aussteigen und anheben heisst hier allzuoft die Devise. Direkt vor dem Wasserfall
Die Gabelung direkt
vor dem Wasserfall

Das der Wasserfall kommt, merkt man an dem sich nähernden Rauschen frühzeitig, dennoch sollte man die Ohren offen halten und die Sache mit Vorsicht geniessen. Sehr kurz vor dem Wasserfall gabelt sich der Fluss. Linksseitig fliesst das Wasser in höheren Stufen direkt geradeaus, die rechte Flussgabelung wird zu einer gut verblockten Schwallstrecke.

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- Zweite Portage-

Für die Portage muss man sich am besten, sobald der Wasserfall in Hörweite ist, nahe dem linken Ufer aufhalten und frühzeitig an Land gehen. Der Weg auf die Portage ist an fast allen Stellen gleichschlecht. Ob man eventuell noch weiter fahren kann, sollte man vom Land aus erkunden, bevor es zu spät ist (!!!). Die Portage führt flussabwärts gesehen auf der linken Seite des Hårkan am Wasserfall vorbei und führt durch unwegsames Gelände. Der Weg, auf den man mit dem Kanu samt Wagen fahren soll, ist nur zu bewältigen, wenn man das Kanu entläd und hochheben kann, wenn es notwendig wird.

Den Proviant sollte man in einem Extragang transportieren. Wir haben dies zwar auch erst eingesehen, als das Kanu zum zweiten mal mit Proviant umgekippt war, aber es war angesichts der bevorstehenden Höhenunterschiede zwischen rechter und linker Fahrspur notwendig. Höhenunterschiede
Höhenunterschiede
Balance-Akt
Balance-Akt

Alles in allem hat man sich nach der Portage erstmal einen Snack verdient, wir haben uns mit Nutella und Mjukt Tunbröd verwöhnt.

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- Nachtplatz 3 -

Diesen Nachtplatz haben wir direkt nach den 2 vorangegangenen stressigen Portagen gewählt. Er liegt rechtsseitig vom Fluss ca 50 m hinter dem Wasserfall. Dort kann man das Kanu ausladen und mit leerem Kanu nochmal etwas gegen die Strömung in die Stromschnellen fahren. Mit etwas Erfahrung kann man in den Kehrwässern sogar recht weit Flussaufwärts kommen und zwischen den Stromschnellen hin- und her manövrieren. Auf der gegenüberliegenden Uferseite haben sich dann gegen abend trotz der vermeintlichen Abgelegenheit des Ortes noch einige Angler eingefunden und sind bis kurz vor Mitternacht ihrem Sport nachgegangen.

Blick nach links
Blick nach links
Dazwischen Zähneputzen
Dazwischen Zähneputzen
Blick nach rechts
Blick nach rechts

Am nächsten Tag erwartet einen mit dem Lövsjöströmmen der auf der gesamten Strecke wildeste Abschnitt. Dort musste man teilweise stark aufpassen, um nicht auf grossen Steinen hängen zu bleiben. Wir hatten Glück, aber hätte die Strömung das Kanu gedreht, dann hätte sie es danach auch umgeschmissen. An der Seite ein Bild von meiner Paddel-Einfang-Aktion. Paddelfangen
Paddelfangen


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- Nachtplatz 4-

Das erwähnenswerteste sind zunächst nächtliche Pegelschwankungen am Ockern, die ca. 20 cm ausmachten und die wir und eine Gruppe vor uns erfahren mussten. Wenn man das Kanu dort zu nah am Ufer liegen lässt, macht es sich gegen 5:00 morgens selbstständig, es sei denn jemand ist wach und verhindert dies. Das gleiche gilt natürlich auch für Klamotten, Kocher etc.

Snöskoter - Snowmobil
Snöskoter
Snowmobil
Der Zeltplatz
Der Zeltplatz
Blume und Baum
Blume und Baum


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- Dritte Portage -

Diese Portage umgeht eine Staumauer mit einem Kraftwerk dahinter und ist die angenehmste der Tour. Man kann dort die Ladung im Kanu lassen und muss nur den Kanuwagen darunter befestigen (was bei viel Gepäck auch nicht leicht ist). Dann geht es eine nicht allzu steile Grasböschung hinauf und über einen ca 200 m langen Weg bergab am Umspannwerk vorbei zur Einsatzstelle am Fluss. Auch das zu Wasser lassen des Kanus ist hier unkompliziert. Jämtkraft
Jämtkraft


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- Vierte Portage -

Die vierte Portage ist etwas langestrecker aber dafür fährt man das Kanu an einer Strasse entlang. Von dort aus kann man dann die Stromschnellen und einen zum ersten mal etwas schneller fliessendem Hårkan bewundern (ich würde den Abschnitt in die Kategorie WW II einordnen). Der Weg mit Kanu vom Fluss zur Strasse ist nicht mehr als 5 m lang, allerdings dafür umso steiler, sodass man entladen muss, alles einzeln Richtung Strasse bringt und dann mit beladenem Kanu auf der Strasse portagiert. Die Stelle, an der dann das Kanu wieder zu Wasser gelassen wird, ist dort, wo die vom Kanuverleih angebotenen kurzen 40 km Touren beginnen. Es geht von der Strasse auf sandigen Boden, der bis ins Flussbett so weitergeht. Leider wirds dann auch etwas matschig, sodass uns das Kanu beinahe umgekippt wäre, weil spontan ein Rad des Kanuwagens im Sand versunken ist. Kurz danach waren dann auch unsere Beine im Schlamm eingesunken, aber es ist trotzdem kein Problem, diese Stelle zu meistern.

Blick auf den Weg bei der Portage
Blick auf den
Weg bei der Portage
2 Rentiere auf der Strecke nach der Portage
2 Rentiere auf der
Strecke nach der Portage
Noch ein Rentier und viel Wind
Noch ein Rentier
und viel Wind

Dafür verstärkte sich der Gegenwind auf dem Hårkan nach einiger Zeit so, dass wir nur schleppend vorankamen, bzw. Paddeln mussten, um nicht rückwärts zu fahren.

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- Nachtplatz 5 -

Durch den Gegenwind beeinträchtigt haben wir den einzig möglichen Nachtplatz in der Nähe ausgesucht. Überall sonst sind vereinzelte Häuser, stark bewachsenes Ufer oder steile Hänge die uns davon abhalten, dort zu übernachten. Der Nachtplatz ist an einer Kreuzung des Flusses, zumindest sieht es dort so aus, als verteile er sich in alle 4 Himmelsrichtungen. Eine der Verzweigungen mündet in einen See, der aufgrund des geringen Wasserstandes schon fast ausgetrocknet ist und von dem immer noch Wasser in den Hårkan nachfliesst. Der Windschutz an der Gabelung ist uns ein willkommener Unterschlupf, sowohl zum Kochen als auch zum windgesschützen Essen, denn abends wurde es windig und kalt. Das Zelt haben wir dahinter im Wald aufgebaut.

Am nächsten Morgen hat der Wind dann erstmal etwas nachgelassen und wir merken es auch dadurch, dass sich die Mücken zum gemeinsamen Frühstück zu uns gesellen. Der Pegel des Hårkan war über Nacht soweit zurückgegangen, dass es fast einen Meter Ufer mehr gab als am abend.

Das Two in One - echtes Padddeln
Das Two in One
- echtes Paddeln -
Der Fluss
Der Fluss
Fische fangen in einer Platikflasche
Fische fangen in
einer Platikflasche

Und ab diesem Nachtplatz beginnt für einen Tag eine wirklich schöne Flussstrecke, auf der man merkt, dass der Hårkan doch ein fliessendes Gewässer ist und einen auch ohne Paddeln vorwärts treiben kann. Strömung, auf herannahende Steine achten, eventuelle Ausweichmanöver fahren, Meander und ein immer wieder mal von Kiesbänken aufgespaltenes Flussbett sorgen nun doch noch für die Erfüllung unserer Erwartungen an Paddeln auf dem Fluss.

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- Nachtplatz 6 -

Nachdem die Strömung schon wieder etwas nachgelassen hat und wir festgestellt haben, dass wir mit ihrer Hilfe schon auf der letzten der 8 Flusskarten waren, haben wir versucht, einen Nachtplatz vor der nächsten Portage zu finden. Dies war hier gar nicht einfach, überall gab es bebautes Gebiet, weitgestreckte Sumpfgrassgürtel oder es gab einfach nur keine Möglichkeit, mit dem Kanu dort sinnvoll anzulanden. Der einzige wirklich gute Platz war mit mehreren riesigen Ameisenstrassen gepflastert, es gab dort einen grossen Ameisenhaufen neben dem nächsten. So sind wir dann auf einer Snöskoter- (Snowmobil-) Trasse zum Campieren gekommen, allerdings war das Anlanden mit dem Kanu an einem sandigen 1,5 m steilen Ufer nicht gerade komfortabel. Dank des teilweise durch Unterspülung eingebrochenen Sandbodens gelang es uns dort trotzdem Fuss zu fassen. Schon weniger als einen Meter neben dem Kanu war der See wieder 2-3 m tief.

Aber der Nachtplatz hat durch seine beeindruckende Aussicht in Richtung der fast nicht untergehenden Sonne dieses Manko wieder gut ausgebügelt. Hier ein Bild um Mitternacht...

Am nächsten Morgen (um 12:30) ging es dann durch den inzwischen mehr oder weniger langestreckten See Hårkan ohne Probleme weiter zur nächsten Portage.
Mitternachtsaussicht
Mitternachtsaussicht


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- Fünfte Portage -

Die 5. Portage umgeht wieder einmal eine Staumauer mit Kraftwerk dahinter. Sie ist kurz und schmerzlos zu überwinden, nur auf den letzten 50 Metern wird es ziemlich steil für ein beladenes Kanu. Dort muss man den Kanuwagen über recht massives Ufergeröll rollen und dabei gut festhalten, damit er nicht von selber mit sich und dem Kanu runterrollt. Wir haben auf den letzten Metern dann doch die schwersten Gepäckstücke ausgeladen, damit uns das Kanu nicht wieder willen samt uns ungebremst runterrutscht.

Ab dann ist der Hårkan kurz wieder etwas bewegter, aber die Strömung nimmt schnell wieder auf null ab, sodass man auch das letzte Stück zum Campingplatz paddelnd zurücklegt. Nach der Durchquerung der Eisenbahnbrücke, auf der die Inlandsbana verkehrt, sind wir an diesem Tag um 15:30 am Campingplatz angekommen

Beim Ausladen
Beim Ausladen
Beim Ausladen
Beim Ausladen

Den Rest des Tages haben wir mit Bootssäubern, Sachen sortieren und ausgiebiger Dusche verbracht.

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- Am Campingplatz -

Die Nacht nach der Tour haben wir auf dem Campingplatz verbracht, dort haben wir auch wieder die 14-köpfige Holländertruppe getroffen und uns über die Tour ausgetauscht. Die Holländer sind am nächsten Morgen mit der Bahn zum Bergwandern an den Sylarna gefahren und wir haben uns mit dem Auto in Richtung Åre aufgemacht, um dort nach der Kanutour den Rest des Urlaubs noch mit etwas Bergwandern zu schmücken. Was es dort zu sehen gibt, ist hier unter "Wandern in Åre" zu lesen. Wer sich für den Sylarna interessiert, kann ja hier auf der Seite der holländischen Truppe ein paar Fotos anschauen oder probieren, die holländischen Texte zu verstehen.

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© 23. Januar 2003 by F./C.